Fellbacher Adventskalender

07. Dezember 2020

Mein Stern

Nach einer Geschichte von Pater Norbert Possman

Das sonderbarste Geschenk meines Lebens, das mich überall hin begleitet, bekam ich während meiner Zivi-Zeit im Altersheim geschenkt. Ich hatte Spätdienst und räumte in den einzelnen Zimmern das Abendessen ab. Bei Frau König vergoss ich dummerweise den Tee und musste den Boden aufwischen Frau König war eine liebe alte Frau, aber im Stationszimmer hatte ich gehört, dass sie immer schwächer werde. Lange würde das nicht mehr gehen.

Vielleicht nahm ich mir deshalb mehr Zeit für sie. Sie bat darum, ans Fenster gefahren zu werden, damit sie den Himmel betrachten könne. Ich tat ihr diesen Gefallen und setzte mich dann neben sie.

Sie begann zu erzählen: Als Kind saß ich oft mit meinem Gro0vater abends vor dem Haus und betrachtet den Sternenhimmel. Großvater kannte alle Sterne mit Namen; er zeigte mir zu den verschiedenen Jahreszeiten, wo die Sterne standen. Für mich waren das damals die schönsten Stunden des Tages, Der Blick zum Himmel ließ mich den knurrenden Magen vergessen,  meine weinende Mutter, die Enge in der Stube und das sorgenvolle Gesicht meines Vaters, der wieder keine Arbeit gefunden hatte.

Eines Abends sprach Großvater ganz ernst zu mir: Schau, ich bin sehr alt und ich sehne mich danach, endlich  hinter die Sterne schauen zu dürfen und dort bei Gott Großmutter wiederzusehen. Ich merke, dass es bald so weit ist. Deshalb möchte ich, dass du meinen Stern übernimmst. Ich habe ihn mir als Kind ausgesucht und immer, wenn die Erde mir zu schwer wurde, habe ich zum Himmel geschaut, meinen Stern gesucht und bin einfach eine Weile bei seinem Licht geblieben. Es war Gottes Licht am Himmel für mich. Das hat mir vieles leichter gemacht, zu wissen, dass dieses Licht immer da ist. Dir soll es auch so gehen, nimm meinen Stern und schaue immer wieder mal zum Himmel auf, wenn dich hier auf der Erde etwas niederdrückt. Bleib eine Weile bei unserem Stern, atme tief durch und glaube mir, es wird dir gut tun. Dann zeigt mir Opa sein Himmelslicht. Es war zum Norden hin der Stern, der beim Großen Bären in der Höhe des Polarsterns stand. Opa hatte ihn einfach "Meiner" genannt. Und so wurde auch dieser Stern "Meiner". Immer wenn ich es sehr schwer hatte ging ich ans Fenster oder vor das Haus und schaute nach meinem Stern.

Oft war der Himmel verhangen, aber ich wusste hinter den Wolken sein Licht. Und allein das Wissen, dass er da ist, genügte mir.

Jetzt bin ich selber alt und möchte auch hinter die Sterne schauen. Ich habe keine Enkelkind, das mein Himmelslicht übernimmt. Willst du meinen Stern?

Etwas verlegen ob dieses sonderbaren Geschenks sagte ich ja. So bekam ich etwas geschenkt, das mir niemand nehmen kann, eigentlich das schönste Geschenk meines Lebens. Ein Stern am Himmel war "Meiner".

 

Rätsel:

1. HRKNDRLNKMMT

2. MCHTHCHDTR

3. SSTFRNSNZTNGKMMN

4. MRGNKMMTDRWHNCHTSMNN

5. SSTNRDNTSPNGN

6. WSSLLDSBDTN

7. SSSRDGLCKNNKLNGN

8. SKMMTNSCHFFGLDN

9. VMHMMLHCHDKMMCHHR

10.WSLLCHDCHMPFNGN                                                                                                                                                                                                                                                                  

(Einfach die fehlenden Vokale einsetzen)